Eine Sache würde ich aber gern mal erläutern, weil sie uns häufiger begegnet, und weil sie ein wirkliches Verständnis von unserer Arbeit behindert. Außerdem, weil das Thema zur kommenden Remix passt (bei der wir leider nicht sein können - aber als Anregung): Immer mal wieder ist von trnd als "Word-of-Mouth Marketingagentur" die Rede.
Wir sind aber keine Agentur.
Kurz zur Erläuterung - eine Agentur tut, was ihr Name sagt: sie arbeitet als eine Art Außenstelle eines Unternehmens, als "Agent". Dabei ist nicht das James-Bond-artige Undercover-Spionagegeschäft gemeint, sondern die Bedeutung von Agent als eines "im Auftrag handelnden". Dazu gehören die in der Werbelandschaft bekannten Dinge: als Agentur wird man (idealerweise) mit in die Marktforschung eingebunden, man arbeitet mit an der strategischen Planung, man entwickelt kreative Lösungen, welche die Marke im passenden Medienumfeld positionieren helfen. Die Agentur stellt dabei diejenigen Kräfte bereit, die im Unternehmen gebraucht werden, die das Unternehmen aber besser nicht selbst einstellt, sondern über "Outsourcing" am Markt beschafft. Zum Beispiel, weil das Agenturklima für Werbekreative besser geeignet ist als das Klima in manchen Großkonzernen. Oder weil frischer Wind auch dadurch in die Werbeentwicklung kommt, dass die Kreativen noch für andere Kunden auf ganz anderen Projekten arbeiten.
Die Rolle von trnd ist eine andere.
Wir können zur strategischen Planung nicht so viel beitragen. Wir haben keine Berater, die helfen, Marktforschung in Positionierungsansätze zu verarbeiten. Und ganz besonders bemühen wir uns nicht um Kreativität im Werbesinne. Ganz im Gegenteil - wir versuchen, den Anteil Kreativarbeit im Prozess möglicht gering zu halten. Und konzentrieren uns dabei auf eine einzige Sache: wir arbeiten Tag und Nacht daran, eine große Gruppe von interessierten, engagierten, neugierigen Mitgliedern bestmöglich zu betreuen, die sich dafür interessieren, neue Produkte nicht nur kennenzulernen, sondern diese dazu auch im Freundeskreis bekannt zu machen. (Aktuell sind es 140.000 - mit stark steigender Tendenz.)
Während eine Agentur also darauf ausgelegt ist, als Markeninsider für den Marketingprozess immer neue Elemente zu entwickeln, die helfen, das Produkt vom Rest der Welt zu differenzieren, bemühen wir uns um das Gegenteil: wir versuchen, den trnd-Prozess dauerhaft und ohne Unterlass so zu perfektionieren, dass er immer auf dieselbe vorhersehbare Weise abläuft - ganz gleich für welche Marke und für welches Produkt. Um immer sicherer vorherzusagen, was als Ergebnis dabei entsteht.
trnd ist keine Agentur, sondern ein Media-Kanal.
Wie funktioniert ein Media-Kanal? Genau wie grade beschrieben: mit festgelegten Prozessen wird immer dasselbe Verfahren durchlaufen, damit man vorhersagen kann, was am Ende dabei herauskommt. Die Unterschiede in der Leistung entstehen allein dadurch, dass von den Agenturen und Kunden unterschiedlicher Input geliefert wird. Bei einem klassischen Mediakanal ist der Input die Werbeanzeige. Ein Fullsize-Banner, ein TV-Spot, ein Plakat. Das wird auf die immerselbe Weise in einem standardisierten Prozess aufbereitet und dem Publikum gezeigt. Wenn ein Spot besser funktioniert als ein anderer, liegt das am Spot, nicht am Kanal.
Bei uns ist es genauso. Der Unterschied zu anderen Mediakanälen ist bei trnd allein der, dass der Input bei uns nicht eine Werbeanzeige ist, sondern (fast immer) ein physisches Produkt. Unser Prozess versucht nicht, eine Werbekreation so medial zu verteilen, dass sie auf die richtigen Augenpaare trifft. Unser Prozess versucht stattdessen, Produkte so an die richtigen Fans und Enthusiasten zu verteilen, dass die Empfänger sich ganz besonders darüber freuen, dass es für sie eine besonders angenehme Überraschung ist, und sie anschließend beim Produkterleben so zu betreuen, dass sie ein möglichst intensives Erlebnis haben und möglichst viele Freunde und Bekannte darin einbeziehen. Damit in planbarer Weise glaubwürdige Kommunikation zu Produkt und Marke in sozialen Netzen entsteht. Unser Prozess ist darauf ausgerichtet, engagierte Konsumenten in der richtigen Weise im Dialog anzusprechen. Und zwar nach allgemeinen Prinzipien, die für eine Bohrmaschine genauso gelten wie für ein Reinigungsmittel. Denn die Kunst besteht nicht darin, für die Bohrmaschine einen anderen Prozess zu entwickeln als für das Reinigungsmittel. Stattdessen besteht die Kunst darin, für die Bohrmaschine ebenso wie für das Reinigungsmittel die passenden engagierten Leute zu finden und in das Projekt einzubinden.
Diesen Prozess versuchen wir ständig zu verbessern und zu verfeinern. Damit wir nur diejenigen bei einem Projekt dabei haben, die wirklich angetan sind von der Sache. Damit unsere trnd-Partner sich richtig gut betreut fühlen in unseren Kampagnen. Und damit sie dann auch ihre Freunde begeistern.
Damit gilt am Schluss dasselbe wie bei jedem anderen Media-Kanal auch: die Performance darf nicht von uns abhängen, denn wir wollen den Prozess auf immer dieselbe bestmögliche Weise organisieren. Die Performance hängt dann schließlich nur noch vom Produkt ab. Dem Input, der vom Kunden kommt. (Wobei wir natürlich immer sicherstellen, dass das Produkt in die richtigen Hände gerät, so dass bestimmte Benchmarks garantiert erreicht werden. Aber oberhalb dieser Schwelle gibt es durchaus produktabhängige Unterschiede.)
Und deshalb sind wir keine Agentur. Stattdessen sind wir die Hüter und Entwickler eines Prozesses, der am Ende auf vorhersehbare Weise drei Parteien begeistern soll und muss: unsere trnd-Partner, weil wir den richtigen Leuten die richtigen Produkte zur Verfügung stellen und sie im Dialog begleiten, so dass sie sich bereichert fühlen. (Der trnd-Partner, der sich intensiv mit Badreinigung beschäftigt, bekommt ein Reinigungsmittel, der trnd-Partner, der auf Heimwerkern abfährt, bekommt eine Bohrmaschine - in derselben Weise zur Verfügung gestellt.) Als zweites unsere Kunden: weil wir für sie die Fans und Enthusiasten gefunden haben, die sich so richtig für die Marke ins Zeug legen. Und drittens uns selbst - weil wir begeisterte Kunden und begeisterte Mitglieder haben.
Man sollte also nicht von der Word-of-Mouth Marketingagentur trnd sprechen, denn das suggeriert, dass wir Werbeideen oder Ähnliches entwickeln würden. Stattdessen eher vom Word-of-Mouth Marketing-Netzwerk trnd. Oder der Word-of-Mouth Marketingplattform trnd. Und man sollte uns nicht anrufen, um uns auf spannende Konzepte zu briefen, für Mundpropaganda. Denn wir machen keine Konzepte - unsere Konzepte stecken in der Plattform und in der Art und Weise, wie wir mit ihr arbeiten.
Damit wird auch klar, dass wir keine Konkurrenz zu Kreativagenturen sind. Ganz im Gegenteil - wir freuen uns, wenn Werbeleute auch für die Plattform trnd neue Ideen entwickeln! Warum nur über Konzepte für Facebook oder für Twitter grübeln? Auch für trnd kann man Konzepte entwickeln - wir selbst tun das hin und wieder, wenn ein Projekt es erfordert, aber wir fänden erstklassig, wenn so etwas auch von Kreativagenturen käme. Was kann man den Teilnehmern einer WOM-Kampagne neben dem Produkt noch mitgeben, um ihre Aktivität zu unterstützen? Die Kollegen von Jung von Matt/Next haben beispielsweise eine Bohrmeisterschaft entwickelt, um die Bosch Uneo-Kampagne zu verstärken. Welche anderen Ideen kann man erdenken, die offline oder online das Engagement unserer Teilnehmer noch weiter anregen - ihnen noch mehr Spaß mit dem Produkt bringen? Die Plattform trnd steht bereit für spannende Ideen und gute Gedanken, die aus Produkttestern wahre Fans machen.
Wer weiß, vielleicht entstehen bei der Remix ja ein paar Gedanken in dieser Richtung. Ich kann leider nicht dabei sein, aber ich hoffe, dass im Austausch zwischen Kreativen und Web-Machern möglicherweise auch in diese Richtung gedacht wird.
Wir bei trnd setzen alles daran, immer mehr passionierte Mitglieder zu haben, die sich für neue Produkte interessieren und sich und ihr Umfeld begeistern können. Und wir beherrschen nichts besser, als diese Leute dann mit dem passenden Produkt und der passenden Marke in intensiven Austausch zu bringen. Das ist unsere Aufgabe, damit befassen wir uns von morgens bis nachts. Damit eine Plattform bereitsteht, auf der Marken mit ihren Fans und Anhängern in echten Dialog treten können ("the real network dialogue"). Und die Agenturen sind eingeladen, diese Plattform ebenfalls für sich und ihre Kreativität zu entdecken.
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